F.C. Hansa Rostock – FC Erzgebirge Aue 2:1, 17. Januar 2026, Ostseestadion, 3. Liga, 20. Spieltag
Fußball ist Leben und Leben ist Fußball. Der denkwürdige Auftakt zum Fußballjahr 2026 hat es in sich, in vielerlei Hinsicht, und hält ein Wochenende voller Emotionen bereit, das uns einiges abverlangen wird, und das geht weit über den Sport hinaus.
Abschied
Am Freitagnachmittag versammeln sich viele Angehörige und Freunde in und vor der „Roten Erde“, um zusammen an unseren Ralph zu denken, Erinnerungen zu teilen und gemeinsam das Leben zu feiern, das er so intensiv geliebt und ausgekostet hat. Es wird ein Nachmittag und Abend, der lange im Gedächtnis bleibt und unsere Herzen wärmt. Tränen und Lachen begleiten Anekdoten und Geschichten über gemeinsam Erlebtes. Die anschließende Party mit Getränken und Gesang und mit Ablegern im Rostocker Nachtleben bis weit in den Morgen ist ganz nach seinem Geschmack. Es ist ein würdiger letzter Gruß der Rostocker Fußball- und Kultur-Familie an den legendären Freund, der, wenn auch an für uns noch nicht zugänglichem Ort, aber in unseren Herzen unwiderruflich und immer bei uns sein wird. Was werden wir erst feiern …
Playlist
Black Sabbath – Paranoid
Fleetwood Mac – Landslide
Feine Sahne Fischfilet – Wenn’s morgen vorbei ist
Fleetwood Mac – Dreams
Dritte Wahl – Auf der Flucht
Flogging Molly – If I ever leave this world alive
Hansa-Jubiläum gekrönt
Der Spieltag setzt den Feierlichkeiten zum Sechzigsten nach dem gigantischen Geburtstagswochenende 27./28. Dezember in der Stadthalle, im Ratskeller und am Alten Markt nun im Ostseestadion optisch, atmosphärisch und emotional die Krone auf. Vor dem Anpfiff erstrahlen nach dem an Intensität und Hingabe kaum noch zu übertreffenden Hansa Forever alle Tribünen in historischem 1965er Empor-Blau/Gelb*, während mit „Unsere Heimat, unsere Liebe, unsere Farben Blau-Weiß-Rot“ akustisch der Brückenschlag über 60 Jahre in die Gegenwart zum F.C. Hansa im 21. Jahrhundert vollzogen wird. Alle im Stadion Anwesenden sind aktiver Teil dieses überwältigenden Panoramas.
*Die finden wir auch auf dem Jubiläums-Shirt, das den Fanszene-Verkäufern nach dem Spiel buchstäblich aus den Händen gerissen wird, ein sehr schönes Teil, wirklich.
Timing ist alles
Mit dem Anpfiff beginnen wir, uns nach und nach dem Spiel zuzuwenden, bisschen runterfahren nach all den Emotionen, am liebsten bei einem entspannten Kick mit Hansa-Führung bis zur Halbzeit. So richtig entspannt wirkt das Spielgeschehen nicht, es geht ganz schön zur Sache. Und dann geht der Plan plötzlich auf, fast jedenfalls. Jonas! Dirkner!
Der Ausgleich für die Gäste wird von Marcel Bär erzielt, dem Spieler, der sich vor knapp 10 Monaten im Ostseestadion schwer verletzt hatte. Erfreulich, dass er wieder spielt, und mit dem jetzigen Wissen um das Endresultat sei ihm auch sein Tor als kleine Geste der „Wiedergutmachung“ gegönnt. Im Ernst: Schön, dass er wieder dabei ist.
Lange Zeit sieht es in der zweiten Halbzeit eher nicht danach aus, dass wir den Spielausgang noch entscheidend auf unsere Seite ziehen können (Jens Härtel meint in der PK, wirklich abgezeichnet hätte sich das ja nicht), bis sich tatsächlich in allerletzter Sekunde das Happy End für Hansa einstellt. Ein letztes Geschenk zum 60. Geburtstag? Wem mögen wir das wohl zu verdanken haben? Die plausibelste Erklärung dafür liefert „Opi Walter“ aus Stralsund, den ganz frech zu zitieren ich mir einfach erlaube, nach dem Schlusspfiff:
„Ich denke, Ralph kann den Fußballgott jetzt aus dem Schwitzkasten lassen!“
