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Musik & Fußball

Einen Schritt weiter

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FC Erzgebirge Aue – F.C. Hansa Rostock 0:0, 3. August 2025, Erzgebirgsstadion, 3. Liga, 1. Spieltag

Sport: It’s a long way to the top (if you wanna rock’n’roll)

Dieser Leitsatz könnte so bis zur Klammer durchaus im Handbuch der „Unternehmensberatung“ stehen, aber zum Glück entschied sich in den 1970er Jahren das junge australische Start-up „Scott & Young Bros.“ rechtzeitig und weitsichtig gegen den neoliberalen Zeitgeist des damals noch weit entfernten 21. Jahrhunderts und dafür, seine Message doch lieber musikalisch rund um den Erdball zu tragen.

Vom Rock’n’Roll lernen: In der Fußballarithmetik heißen die Schritte Punkte. Den ersten haben wir nun aus Aue mitgebracht. Das ist weniger, als wir uns vorher erhofft, vielleicht sogar erwartet hatten, aber auch mehr, als „realistisch betrachtet“ zu befürchten war, quasi das zum Ergebnis gewordene „Vielleicht“.

Ich sehe ein intensives, kampfbetontes Spiel, das beide Teams auf keinen Fall verlieren wollen, in dem die Gastgeber besonders in der ersten Halbzeit etwas mehr Druck auf das gegnerische Tor erzeugen. Hansa steht relativ sicher, wobei mir gefällt, dass Benjamin Uphoff im Tor viel Sicherheit ausstrahlt. Später wird er entscheidend den gefährdeten Punkt sichern: In der Schlussphase der zweiten Halbzeit sorgt er mit dem gehaltenen Stefaniak-Elfmeter dafür, dass sich das Unentschieden ein bisschen wie ein Sieg anfühlt.

Ja, es ist ein weiter Weg, aber schon ein altes chinesisches Sprichwort besagt: Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Den sind wir heute gegangen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Oder, wie der Trainer irgendwo in einer Saisonprognose zitiert wurde: Nicht durchdrehen, in keine Richtung!

Spielberichte

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Atmosphäre I: Come on Eileen

Auf den Rängen findet ein beiderseits solides Supportduell statt, ohne größere Ausreißer, keine Choreos, keine künstlichen Rituale, ich höre auch das „böse“ Wort rund um den Spieltag, incl. Pressekonferenzen, tatsächlich nur einmal, als der Stadionsprecher feststellt, dieses Spiel wäre vor 70 Jahren ein „Derby“ gewesen. Der Fokus liegt in beiden Kurven darauf, dem jeweils eigenen Team auf dem Platz den Rücken zu stärken.

Eine unfreiwillig humoristische Note wird von den Schachtern ins Spiel gebracht, als per Tapete Hochzeitsgrüße an Eileen und Franz gehen, eine Steilvorlage, die von Rostocker Seite postwendend mit der Darbietung einer angepassten Version des Kurvenklassikers „Wir sch… auf Berlin“ aufgenommen und verwandelt wird. Beste Wünsche natürlich auch von mir an das glückliche Paar!

Atmosphäre II: Der Bus hat keine Bremse

Rund um das Spiel ergibt sich eine bizarre „Drittort-Auseinandersetzung“, in deren Mittelpunkt der hanseatische Mannschaftsbus steht. Westsachsen macht Faxen. Wie gut, wenn ein Verein in seinen Fanreihen das künstlerische Potenzial versammelt, derartige „Attacken“ noch am gleichen Tag und vor Ort zu beantworten.

Auf geht’s, Hansa!

 

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