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Musik & Fußball

Gruß aus Frostdeutschland

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F.C. Hansa Rostock – FC Ingolstadt 0:3, 31. Januar 2026, Ostseestadion, 3. Liga, 22. Spieltag

Spieltag

Vorspiel: Häufige Positionswechsel bei Eiseskälte

Eisige Luft strömt über die Stadiontribünen. Eine „gefühlte“ Temperatur von -14 °C behauptet eine Wetter-App, wer hätte da keinen Spaß am Stadionbesuch? Es sind tatsächlich mehr als 22.000 Leute gekommen. Wie immer bin ich lange vor dem Anpfiff im Stadion, heute noch etwas früher als sonst, da vorher noch ein paar Dinge zu erledigen waren wie Abholung der AWDK, Besorgung zweier Jubiläumsshirts für Freunde, und vielleicht habe ich ja auch noch Glück beim Verkauf der Pokalkarten für Neubrandenburg. Für letzteres bin ich zu spät, ansonsten erfolgreich.

Die verbleibenden 90 Minuten bis zum Anpfiff vertreibe ich mir mit Platzwechseln zwischen meinem tiefgefrorenen Tribünensitz und der Promenade West, auf der es hinter der Glasfront wenigstens windstill ist.

Dort fällt mir auf, dass auf den TV-Monitoren an den Wänden statt der Bilder vom Vor-Spiel-Programm im Innenraum eine Fehlermeldung zu sehen ist, außerdem scheint es teilweise Probleme mit der Stromversorgung zu geben, so ist auf dem WC kein Licht an. Das bedeutet heute Zielen nach Gedächtnis. Funktioniert übrigens. Ok, das reicht sicher an Information, denke ich.

Mit dem Strom gibt es bis in die erste Halbzeit hinein kleine Störungen, was sonst irgendwie kaum auffällt. So bleibt nach dem Verlesen der Gästeaufstellung auf einmal die Stadionmoderation „stumm“. Komisch, niemand scheint etwas zu vermissen, bis zum entscheidenden Moment: Als der Zeitpunkt für unsere Hymne gekommen ist, können wir uns mal von den Vorzügen des organisierten Supports überzeugen: Der altbekannte Aufruf von der Südtribüne an das Ostseestadion erklingt, schnell stehen alle Tribünen, die Schals werden erhoben, dann donnert zweimal der Refrain unseres „Hansa forever“ durch das Stadion, was in dieser nicht „animierten“ Form durchaus einen besonderen Charme versprüht. Atmosphäre saugen – mal anders. Und vor allem müssen die Mannschaften im Spielertunnel nicht auf ihre gewohnte Begrüßung vor dem Auflaufen verzichten.

Das Spiel: War was?

Irgendwann musste es ja passieren. Unsere Erfolgsserie ist nach 12 Spielen beendet. Das hätte nicht gerade so krass sein müssen, aber es hat bestimmt auch sein Gutes, und wenn das nur darin besteht, dass wir jetzt wieder ein sportlich ganz „normaler“ Drittligist sind, wie andere auch.

So richtig erwärmen kann mich das Spiel nicht. Ingolstadt hat ein solides, bewegliches Bollwerk vor dem und rund um den eigenen Strafraum aufgebaut, da ist kaum ein Durchkommen. Und wenn doch, ist in den ein/zwei Momenten Ex-Hanseat Kai Eisele im Tor ein sicherer Rückhalt.

Dann fällt das erste Gegentor auch noch unter wohlwollender weiß-blauer Mitwirkung. Irgendwie nicht unser Tag. Aber bei drei Gegentoren zieht auch die Erklärung mit der defensiven Grundeinstellung beim Gegner nicht so richtig.

Kurz und schlecht – nicht unser Tag. Aber nun haben wir ja wieder ein Auswärtsspiel vor der Nase, übrigens bei einer Mannschaft, gegen die wir in der Hinrunde im Ostseestadion verloren haben. Die Zeit der Rache ist gekommen!

Pressekonferenz

Inzwischen traditionell haben die im Presseraum vermutlich anwesenden (?) Journalisten nach F.C.H. gegen FCI keine Fragen zum Spiel oder den Ausführungen von Sabrina Wittmann und Daniel Brinkmann. Vielleicht reichte aber auch der Strom nicht für mehr?

Spielberichte

FCI

Hansa

Die Woche

Ticketverkauf Watford

Immerhin gibt es in dieser Woche auch Positives zu vermelden. Die Voraussetzungen für den Sommerausflug nach U.K. sind geschaffen:

  • Reisepass, ETA … Check!
  • Flug … Check!
  • Übernachtung … Check!
  • Stadionticket … Check!

Innerhalb nur weniger Minuten geht am Donnerstag ab 15 Uhr das komplette Kontingent von 4000 Gästetickets über den „Ladentisch“, so dass den Gastgebern nichts übrigbleibt, als weitere 2000 Stück nachzuschieben.

Bei dieser zweiten Runde der „Verlosung“ komme ich erfreulicherweise zum Zuge und darf mich nun darauf freuen, als einer von 6000 unsere Mannschaft an die Vicarage Road in Watford zu begleiten.

 

Die letzte Reise

Am Wochenanfang sagen wir endgültig unserem Ralph Lebewohl. Enge Angehörige begleiten ihn an Bord der „Merkur II“ zu seiner Ruhestätte in der Ostsee vor Warnemünde, während auf West-, Mittel- und Ostmole Freundinnen und Freunde mit Fackeln den Weg in Richtung Ewigkeit säumen: Wir werden dich nie vergessen. Der karthographisch horizontale Teil deiner neuen Anschrift (12° 65O) verrät nun informierten Vorbeikommenden: Hier ruht ein Rostocker Hanseat.

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