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Neu im Plattenregal, Juni 2026: Tiki God – Moons

Mit „Moons“ legt Mainpoint-Gitarrist Ulf „Fluffi“ Reinhard den dritten Tonträger (Vinyl, limitierte Auflage) seines persönlichen (gemeinsam mit Sänger Nico Kozik) Studio-Projektes vor. Bisher waren im Eigenverlag erschienen:  „I am not your God“ (CD, 2006) und „Another Day“ (Vinyl, limitierte Auflage, 2023). Alle nunmehr drei Alben und ein paar Singles können via. Bandcamp gestreamt werden. Tut das bitte! Für physische Tonträger besucht bitte ein Mainpoint-Konzert und wendet euch dort vertrauensvoll ans Merch.

Ist „Moons“ ein Konzeptalbum?

Der Album- und die Songtitel legen diesen „Verdacht“ nahe. Für eine wirklich kompetente Einschätzung mangelt es in meinem Eine-Person-Haushalt leider an musiktheoretischem Sachwissen. In Deutschland sagt man „Fachkräftemangel. 😉

Leider haben in den letzten Jahren meine Skills im verstehenden Hören etwas abgenommen, so dass ich für die „Einstufung“ nicht auf die Textinhalte zurückgreifen kann. So habe ich aber einen weiteren Grund, mir die Platte wieder und wieder anzuhören, bis ich alles verstehe, und dann, weil es so ist.

Es gibt, zumindest unter „Musikkonsumenten“, verbreitet die Auffassung, dass Texte für das Gesamterleben eines Songs oder Albums überbewertet werden, da der menschliche Gesang eher ein weiteres „Instrument“ darstellt. Das funktioniert mit Worten besser als nur mit Lauten a la „Oh“, „Ah“, „Uh“ usw. Die berühmteste Ausnahme von dieser Regel ist sicher Pink Floyds „The great Gig in the Sky“, was ich in diesem Kontext ausdrücklich nur zur Veranschaulichung erwähnen möchte, aber keinesfalls zu abenteuerlichen Vergleichszwecken.

Beim Hören des Openers „Organism“ und der finalen „Organism Reprise“ fühle ich mich um etliche Jahre zurückversetzt ins musikalische „Selbstfindungsalter“, als ich so um 1979/80 herum (ich steckte tief in meiner „Pink Floyd-Ära“) mit „Gammapolis“ die Musik von OMEGA für mich entdeckte, ähnliche Vibes verspüre ich jetzt wieder, was übrigens wohl für meine Annahme eines Konzeptalbums spricht. 😊

Innerhalb dieses „organischen“ Rahmens inklusive Meeresrauschen als verbindendes Element zum Ein- und Ausstieg geht es auf „Moons“ deutlich „härter“ zur Sache, diesbezüglich stechen besonders „Ghost2“ oder „Pressure“ heraus.

In „Leech“ kommen wir auch sprachlich direkt auf den Punkt: „You’re a leech. Practize what you preach.“

Aliend“ wiederum weckt bei mir Bowie’eske Assoziationen. Ich habe nicht nachgefragt, gehe aber davon aus, dass dieser durchaus zu Fluffis und Nicos Heroes zählt.

Black Ocean – es gibt nun nach dem schon erwähnten 2006er Erstlingswerk mit dem hier vorliegenden Album zwei Songs dieses Namens im TG-Katalog.

Weight of the time – die Sequenz „Pleased to meet you“ mit Betonung und Rhythmus lässt mein Gehirn weiterdenken „hope you guess my name“, was ich tatsächlich nicht ganz unwitzig finde.

Beim druckvollen (haha!) Pressure zu Beginn der B-Seite finde ich, ohne explizit gesucht zu haben, eine geeignete Kategorie für diese Art Musik, was wären wir in D ohne „Schubladen“? Habt ihr etwas dagegen, dass ich es unter „Hard Prog“ einsortiere? Funfact: Ich dachte ernsthaft, ich wäre selbst auf diesen Terminus gekommen, habe diese These aber vorsichtshalber einem „Faktencheck“ per Suchmaschine unterzogen, das gibt es natürlich schon. Puh, knapp an der Blamage vorbei geschrammt.

Ab Soon wird dann allmählich der Druck (nochmal haha) vom Kessel genommen, der Schwerpunkt wandert zurück von Hard nach Prog, bis zum Schluss der Organismus ins Wasser zurückkehrt und der Kreislauf von neuem beginnen kann: Einfach die Platte umdrehen und neu starten.

Falls nun der Eindruck entstanden ist, ich würde das Album gut finden, möchte ich diese Annahme gern als Kandidaten für die Untertreibung des Jahres nominieren.

Danke, Fluffi, Nico und alle Beteiligten!

Trackliste

Seite A

  1. Organism
  2. Ghost2
  3. Leech
  4. Aliend
  5. Weight of the Time
  6. She moves Mountains

Seite B

  1. Pressure
  2. Soon
  3. Waves (I call your name)
  4. Orbital
  5. The Serpent
  6. Organism (Reprise)

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