Hanseator

Musik & Fußball

Alles vorbei?

Ein Kommentar

F.C. Hansa Rostock – Karlsruher SC 1:2, 4. Mai 2024, Ostseestadion, 2. Liga, 32. Spieltag

Sonnabend, 23 Uhr

Gleich ist dieser Sch…-Tag vorbei. Da ich zur Zeit nicht besonders gut schlafe, zögere ich den Sprung in die „Falle“ hinaus. Vielleicht finde ich ja einen Einstieg in den Bericht zum heutigen Spiel.

Nach der Ankunft zu Hause hatte ich mir, wie immer, Sportschau-Zusammenfassung und Pressekonferenz gegeben. Das ist mein Standardprocedere, egal, wie gut oder besch…eiden ich es im Stadion fand, das hilft ein bisschen dabei, wieder herunterzukommen. Herunter?! Von wo denn?! Na ja, Wortklauberei hilft jetzt auch nichts, also stelle ich mich mutig den Tatsachen. Hat gerade jemand „mutig“ gesagt? Nicht schon wieder dieses Wort!

Nach der PK will ich nur noch Toilettenbecken kaputtschlagen: „… Brutal schlecht, brutal was zu verlieren, Gegentor brutal gut ausgespielt, 11m brutal unnötig, 1:1 brutal aktives Ergebnis, brutal enttäuscht, brutaler Schritt in richtige Richtung … und so weiter“ Liebe junge Eltern, haben Sie den Mut, nennen Sie Ihren Sprössling Brutus! Ich kann das alles nicht mehr!

Die erhoffte Inspiration für den Text zum Spiel will sich nicht einstellen, also unterbreche ich hier erst mal. Gute Nacht! Morgen ist ein neuer Tag. Vielleicht bekomme ich bei Kreisliga und Eis im „Speckgürtel“ bessere Laune. Spoiler: Nein, bekomme ich nicht.

Sonntag, 8 Uhr

 

Vorsichtiger Blick durch die Balkontür: Am Geländer sammelt sich Regenwasser in fetten Tropfen, das sieht aus wie eine Notenzeile. Es ist die Melodie von Bob Dylans „It’s all over now Baby Blue“, die Stimme von Marianne Faithfull okkupiert mein Gehirn.  Es erwartet doch niemand ernsthaft, dass ich mich unter diesen Umständen aufs Rad schwinge?

Sonntag, 13 Uhr

Es wird nicht besser, die Entscheidung über die Nachmittagsgestaltung nimmt mir der gerade einsetzende Sturm mit heftigen Regenschauern ab. Also gut, beschäftigen wir uns mit dem offensichtlich Unvermeidlichen.

Spielbericht Hansa

Für die Liga zu mager

Das ist einfach nichts. Gar nichts! So dermaßen nichts, dass es zur Beschreibung keine Worte gibt. Dass unsere Mannschaft im Schnitt alle zwei Spiele knapp eine akzeptable Halbzeit hinbekommt, ist inzwischen fast schon ein „Markenkern“, mit dem auch die gegnerischen Trainer für ihren „Matchplan“ sicher kalkulieren können.

Ist euch aufgefallen, wie ruhig es auf den Tribünen nach dem Elfmeterpfiff bis zu dessen Vollstreckung war? Ohnmächtige Teilnahmslosigkeit, wohin das Auge im Ostseestadion blickt. So sieht Resignation aus. Ich zeige dabei auf niemanden, ich stelle das ja auch an mir selbst fest, brutale Selbstreflektion. Selbst die üblichen Rechenspielchen mit der Tabelle nerven mich nur noch. Ich will, dass das endlich aufhört.

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Bald ist es überstanden.

Die Lösung?

Also gut, teilen wir der DFL mit, dass wir auf die letzten beiden Spiele verzichten? Oder lassen wir Schalke Schalke sein und veröffentlichen einfach eine Presseerklärung, in der wir S04 beschuldigen, dass die unseren fanfreundlichen Vorschlag ablehnen, uns drei Punkte freiwillig zu überlassen, ich bin sowieso nicht vor Ort? Geht auch nicht, es gibt schließlich eine Menge Hansafans, die sich seit Saisonstart auf diese letzte Auswärtstour freuen. Es ist kompliziert.

Scheiß drauf, wenn wir schon spielen müssen, dann gewinnen wir eben. Dass wir mit heutigem Stand immer noch Wiesbaden und, wenn sehr viel zusammenkommt, sogar Braunschweig überholen können, ist der Beweis, dass ein Fußballgott, wenn es ihn wirklich gibt, einen sehr speziellen Humor hat. Wenn die Pointe eintrifft, darf wieder gelacht werden, vielleicht sogar im Training.

Reicht nun mit dem wirren Geschreibsel? Danke an alle, die  bis hier durchgehalten haben. Lest gerne den Beitrag von Heiko (Fankogge) für „turus“.

Abschließend möchte ich noch den Hansa-Frauen herzlich zum Gewinn des Landespokals gratulieren, woran sie weder die kampfstarken Gegnerinnen aus Stralsund, noch eine sehr anstrengende Stadionmoderation hindern konnten.

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