Die RadioEins Sommersonntage 2026 – 3) Schlager & Chansons
In diesem Jahr schon zum zehnten Mal stellt Radioeins (RBB) an den sieben Sommerferien-Sonntagen in den verschiedensten Kategorien die Top 100 Songs vor, die von einer erlesenen Jury aus der Musik- und Medienbranche ermittelt werden, die Juror*innen geben jeweils ihre zehn persönlichen Favoriten an, daraus wird per Punktesystem die Gesamtliste erstellt und jeden Sonntag in einer zehnstündigen Sendung präsentiert, ein größeres Hörvergnügen kann es nicht geben.
Ich habe vorab zu jedem Thema meine persönliche Top10 erstellt und einen Tipp abgegeben, wie wohl die Jury entschieden haben könnte. Das war nicht immer einfach, da ja Genres bedient werden, die in meinen Hörgewohnheiten eher eine untergeordnete Rolle spielen. Aber wat mutt, dat mutt!
Fazit Tag 2
Hier geht es zur offiziellen Wertung.
Persönliche Bilanz: Aus meiner Top10 haben es 6 Songs in die Wertung geschafft, 2 sogar in die Top3, mein Jury-Tipp findet sich auf Platz 2. Kann man so anbieten, oder?
Meine allgemeine Wahrnehmung: Zu wörtlich sollte man das vorgegebene Thema bei den Sommersonntagen nicht nehmen, die Jury-Mitglieder bedienen sich aus einem seeehr breiten Spektrum. Das ist natürlich legitim, schließlich lege ich ja auch selbst für mich fest, wofür ein Musikstück steht. Und irgendwie ist doch wohl alles, was geschieht, eine Frage der Zeit, oder?
Weiter mit Tag 3
26.07. Ein Festival der Liebe – Schlager & Chansons
Wir kommen zur Musik für die Generation der Eltern und Großeltern. Darf man davon wirklich etwas gut finden?! Fragt mal mein 16jähriges „Ich“. Das Wort „cringe“ gab es damals noch nicht.
Zum Glück steht da auch noch Chanson, das verschiebt die Schmerzgrenze einigermaßen. Manch Künstler*in würde sicher ungern der Kategorie „Schlager“ zugerechnet werden, aber das haben sie eh nicht selbst in der Hand.
Es gibt immer wieder gelungene Kombinationen von Musik und Texten, die Atmosphäre transportieren, Stimmungen bedienen oder verstärken, kurz gesagt: Emotionen auslösen. Scheiß auf Schubladen. Nennen wir es doch einfach „Musik“!
Kommen wir also zu meinen Favoriten.
Ich habe Songs ausgewählt, die auf dem schmalen Draht zwischen Schlager und Chanson balancieren. Bei allen schafft es das Zusammenspiel von Worten und Melodien irgendwie, mich innerlich zu berühren. Ach, diese elenden Schubladen.
Und so haben es alle auf meine persönliche Liste geschafft. (Unter uns: Ich habe noch mehr davon, aber bitte nicht weitersagen.)
Die Nummer 1 kannte ich schon länger, das Lied wird in manchem Stadion nach einem (gern auch mal verlorenen) Fußballspiel, als ironisches Vorspiel vom Band oder nach einem genialen Konzert, wenn die Band schon längst die Bühne verlassen hat und die Publikumsmehrheit nicht gehen will, bevor das noch zu Ende gespielt ist.
Und dann hörte ich eines Tages die bewegende Version von Wölli und der Band des Jahres auf dem Album „Das ist noch nicht alles“ (2011), die sofort in mein Herz eindrang.
Die Aufnahme mit Vicky und denToten Hosen (2026), bei der Campinos Stimme bei sehr hohen Tönen dicht am Original dran ist (nur muss Vicky sich dafür nicht so anstrengen),katapultiert das Lied nun endgültig in den Olymp. Ich hätte nicht mal etwas dagegen, das dereinst bei meiner eigenen Trauerfeier zu „hören“.
Also dann:
- Vicky Leandros – Ich liebe das Leben
- Udo Jürgens – Griechischer Wein
- Holger Biege – Sagte mal ein Dichter
- Juliane Werding – Stimmen im Wind
- Frank Schöbel – Wie ein Stern
- Regine Dobberschütz – Solo Sunny
- Veronika Fischer – In jener Nacht
- Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys – Bella Napoli
- Ute Freudenberg – Jugendliebe
- Nina Hagen – Du hast den Farbfilm vergessen
Jury-Tipp: Vicky Leandros – Ich liebe das Leben
Viel Spaß uns allen am und mit dem 3. RadioEins Sommersonntag!