F.C. Hansa Rostock – SV Waldhof Mannheim 3:3, 16. August 2026, Ostseestadion, 3. Liga, 2. Spieltag
*Ein befreundeter Bloggerkollege vom „falschen“ Elbufer pflegt zu sagen: „Titel werden nicht erklärt.“ Aber ihr kommt auch allein drauf, oder? 😊
Nach dem Schlusspfiff
Da geh‘ ich aus dem Stadiontor und bin so klug als wie zuvor!
Zwei Spiele in der neuen Saison sind gespielt, Hansa verbucht 4 Zähler auf dem Punktekonto, bei einer Tordifferenz von +1. Rechnerisch genau wie vor einem Jahr, da genügte allerdings ein einziges Tor für die gleiche Bilanz, während dafür nun elf (!) Treffer nötig waren.
Sehen wir es positiv: Hansa-Spiele stehen derzeit über den rein materialistischen Aspekt hinaus (Punkte! Wir brauchen Punkte!) durchaus für einen nicht immer typischen hohen sportlichen Unterhaltungswert, womit wir praktisch fast „nahtlos“ an die beiden Tore-Festivals des letzten Saisonfinales anknüpfen (5:3, 4:3). Nur: Was oder wem nützt das? Das werden die nächsten Spiele zeigen.
Vor dem Schlusspfiff

Das Spiel gegen die „kriegstüchtigen“ Barackler (Wisst ihr noch, 2019?) droht frühzeitig in eine sehr unerfreuliche Richtung abzudriften. Schon nach 7 Minuten fangen die Buwe einen aus unserem Strafraum flach heraus gespielten Pass ab, der Ball gelangt nach rechts, von da geht es aus der Sicht von Torschütze Julian Ulbricht („Niemand hat die Absicht, vor der Heimtribüne Faxen zu machen!“) im „Horst-Hrubesch-Style“ weiter: Jid Okeke Flanke, ich Kopf – TOR! 0:1
Nach knapp 30 Minuten bekommt Lennemann (bei Hansa gibt es jetzt auf dem Rasen und der Tribüne einen Bernie, Grüße!) den Ball mustergültig in den Strafraum serviert, bringt diesen aber leider nicht am gut reagierenden Torwart vorbei, was postwendend auf der Gegenseite Julian Rieckmann gelingt. 0:2. In der Nachspielzeit dann die Sensation: Hansa-Tor nach Einwurf, Voglsammer steht beim misslungenen Klärungsversuch im Strafraum goldrichtig und zieht flach ab. 1:2
Alles wird gut. Muss ja! Von wegen … Das 1:3 in der 50. Minute lässt meine Laune wieder sinken. Aber nun sind bei Hansa die Lebensgeister wiedererwacht. 55. Minute: Lasst uns das mit dem Einwurf nochmal probieren, diesmal steht Bernie goldrichtig. Was für ein geiler Typ, und endlich mal einer, für den ich mir keinen absurden Spitznamen einprägen muss! 2:3
In der 76. Minute schlagen unsere Standardgötter erneut zu, Florian Carstens könnte es vielleicht so beschreiben: Eckball Leon, ich Kopf – TOR! 3:3
Bei dem Spielstand bleibt es bis zum Ende, in Anerkennung der kämpferischen Leistung und des unbrechbaren hanseatischen Willens bediene ich mich nochmal bei Horst H. und sage nur ein Wort:
Vielen Dank!
Spielberichte
Nach dem Schlusspfiff
Die Pressekonferenz zum Spiel stimmt mich fröhlich. Der Waldhof-Trainer gibt sein Statement in Englisch ab, was die anwesenden Journalist*innen offenbar auf dem falschen Fuß erwischt. Keine Fragen an ihn, auch nicht zu der angeblichen Elfmetersituation, nicht mal vom „Kollegen aus Mannheim“. Und wie gern hätte ich mal eine OZ-Frage und die Reaktion des doch ein bisschen „pissed“ wirkenden Rui Mota in der Fremdsprache gehört. Aber dafür kennen sie wenigstens alle Spitznamen. Vorbildlich dagegen Marit Scholz und Daniel Brinkmann, die internationales Format unter Beweis stellen. Well done, folks.
Spieltagsgedöns
Erster Spieltag, das ganze Land ist auf den Beinen, erfreulicherweise führt das nicht zu nennenswerten (mir bekannten) Störungen bei der Anreise zum Stadion. Herzlichen Dank und liebe Grüße an die nette Fahrgemeinschaft, der ich mich kurzfristig anschließen durfte.
Schwierig war die Parkplatzsuche, noch etwas verschärft, da ja auch ein wunderbarer Zoo-Tag war. Na ja, wir konnten „etwas“ finden, ein kleiner Zuschuss für den Etat der Hansastadt sprang auch noch heraus. Tut Gutes damit.
Apropos Gutes, ein wirklich letztes Mal (versprochen) komme ich auf Watford zurück, möchte es aber nicht versäumen, auf die netten Worte der Gastgeber auf ihrem Facebook account zur Spendenbereitschaft vieler Hansafans für den Kenny Jackett Tribute im Zuge unseres Testspiels an der Vicarage Road hinzuweisen.

