Sportclub Verl – F.C. Hansa Rostock 1:2, 8. April 2026, Stadion an der Poststraße, 3. Liga, 32. Spieltag
Autor und Bildrechte: Tomas Berger
Nun klappt es für mich doch noch mit einem Auswärtsspiel in dieser Saison. Die kapitalistische Verwertung meines Kadavers mit oft drei Wochenenden Arbeit im Monat gibt mir zwar die Möglichkeit fast alle Heimspiele zu besuchen. Mehr ist aber leider nicht drin.
Diesmal wurde mir die Teilnahme nach Verl zu fahren auf einem organisierten Silbertablett angeboten. Danke an alle Freunde die für die Orga gesorgt haben. Wermutstropfen: Ich war Nachrücker für einen meiner besten Freunde, der wegen Krankheit nicht mitfahren konnte. Auch von hier aus gute Besserung.
Gegen Mittag ging es los. Unterwegs noch 2 Freunde eingesammelt, damit war die Reisegruppe vollständig. Alle mit Doktortitel in Halbstark, Straßenabitur und Lebenserfahrung auf der gesamten Klaviatur des Lebens. FREUNDE.
Die Einzelheiten zur Fahrt und auch die Spielberichte erspare ich euch in guter „hanseatorischer“ Tradition auf dieser Seite. Wer mehr wissen möchte findet sicher selbstständig seine Lieblingsportale.
Also waren wir auf dem Weg nach Gütersloh. Bekannter Name, keine Ahnung, schau ich mir mal an. Aber erstmal nur Hansa im Kopf. Unterwegs machte ich mir „große“ Sorgen ob wir das „Bielefelder Loch“ auch weiträumig genug umfahren können. Irgendwo muss diese Stadt ja verschwunden sein. Da wir vorher schon das „Celler Loch“ erfolgreich gemeistert haben war ich zuversichtlich. Weitere Überraschungen lenkten uns von den Gefahren der Reise ab.
Die Buchveröffentlichung eines Freundes unserer Reisegruppe und die uns leicht verstörende Einladung, eine Statue von Tupac in Herford anzuschauen, eines anderen Freundes sorgte für Neugierde und Belustigung. Wir freuten uns über das eine und beschmunzelten das andere. Warum eine Tupac Statue in Herford steht ist bestimmt eine besondere Geschichte. Ich frage mich ob er das so gewollt hat? Das Leben schreibt oft merkwürdige Geschichten.
Angekommen in Gütersloh, ab ins gebuchte Hotel. Negative Internet-Bewertungen kontern wir wie immer mit „Never can stop us“. Die Bewertungen erwiesen sich als Unfug. Außen Pfui, innen Hui. Guter Preis, stabile Zimmer mit Badewanne! Und ein hervorragendes Frühstück. Also kurz Sachen abwerfen, Stadiontauglichkeit herstellen und ab nach Verl.
Ich kann aus mangelnder Erfahrung nicht so viel zu vielen Stadien in D-Land und dem Umfeld sagen. Da sind meine Freunde ganz weit vorne. Aber Gütersloh und Verl habe ich als absolut entspannte Orte kennengelernt. Die Umgebung des Stadions in Verl war sehr dörflich und das Stadion mittendrin.
Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Meine Augen waren froh über eine komplett neue Optik und mit Betreten des Stadions war ich sofort schockverliebt in diesen Ground. Ich werde hier auf alle Vergleiche und weitere Lobpreisungen verzichten. Bis auf eine: Was für ein geiles Stadion!
Ob die Verler das an dem Tag auch so gesehen haben, weiß ich nicht. Die Nähe zum Spielfeld verschaffte uns aufgrund der Größe des mitgereisten Mobs einen klaren Vorteil. Der Empfang durch die Cops und die Ordner am und im Stadion war super entspannt. Es gab keinen Grund für den Hass, der sich auch diesmal wieder Bahn brach.
Wir haben es irgendwie alle geschlossen geschafft in den Gäste-VIP-Block zu kommen. Was für ein wildes Hin- und Her-Geschiebe von Karten für den Block. Machen wir uns nix vor, wir haben uns größte Mühe gegeben bei dem kleinen „Betrug“, die Ordner haben entspannt mitgemacht und irgendwann auch gedacht, macht einfach.
2 Tore des Willens in der zweiten Halbzeit gaben uns den Glauben zurück, dass in Sachen Aufstieg vielleicht doch noch etwas geht.
Nach dem Spiel ging es noch entspannt zu „Angelos Pizza“ gegenüber vom Hotel. Gute Leute die den Laden machen, beste Pizza. Sehr zu empfehlen. Selbst die wahrscheinlich dem Hunger geschuldete Androhung „Ich beiß dir gleich die Halsschlagader durch“ eines unserer Freunde wurde vom Empfänger in das Fach des durchaus spannenden Humors gelegt.
Einziges Manko an diesem Spieltag war die fehlende Absenkautomatik der Klodeckel im Hotel in Gütersloh. Ich vermute, dass ich es mit meinem beschwingten herunterklappen des Klodeckels nachts gegen 4 in die Stadtpresse geschafft habe oder zumindest Thema am Stammtisch im benachbarten „Hieronymus“ wurde. Da sich das Malheur in der Nacht nach dem Sieg zutrug, war wohl auch etwas Aufstiegseuphorie im Spiel und der Klodeckel unser Endgegner. Also alles wie immer.