Hanseator

Musik, Fußball und manchmal auch ein bisschen Hansa


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Fünf vor zwölf

Das ist nicht einfach nur eine Uhrzeit, die immer wieder gern als Gleichnis zur Charakterisierung besonders schwieriger Situationen herhalten muss. Ein Gleichnis, das aber gerade im Kontext der Lage beim F.C. Hansa als blanker Euphemismus erscheint. Und so kann es eigentlich kein Zufall sein, dass die Abschlussworte des Versammlungsleiters ausgerechnet um diese Uhrzeit den Schlusspunkt unter die wahrscheinlich längste Mitgliederversammlung der Vereinsgeschichte setzten. Weiterlesen


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Regen. Na und?

Dieser Petrus, einfach unglaublich. Dabei war der Deal ebenso einfach wie verbindlich: Ich besorge mir diesmal ein ordentliches Zelt, dafür bleiben die Himmelsschleusen geschlossen. Damit das klar ist, ICH habe meinen Teil der Abmachung erfüllt. Nach der ersten Nacht am Wernsdorfer Sportplatz hat meine mobile Behausung, deren Aufbau ein bisschen länger dauert als das In-die-Luft-Werfen dieses so genannten Zeltes von ALDI aus dem letzten Jahr, ihre Feuer- äh Wassertaufe überstanden, und ich erwache trockenen Fußes und ohne Dauerberieselung von der Zeltdecke. Auch der nächtliche Monsun, nach dem morgens weite Teile des Zeltplatzes wie ein Reisfeld aussehen, entlockt meiner bestens imprägnierten mobilen Behausung nicht mal ein müdes Gähnen. Weiterlesen


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Kein Sex mit der Ex

Ich weiß gar nicht, ob ihr es wusstet, aber ich habe nicht mein ganzes Fanleben mit dem FC Hansa Rostock verbracht. Ja, ich habe da tatsächlich eine Leiche im Keller – wer mich näher kennt, weiß sogar ihren Namen. In meinen jungen Jahren besuchte ich regelmäßig die Spiele eines Fußballclubs in meiner Bezirksstadt, sah zahlreiche Oberligaspiele, war bei drei erfolgreichen Pokalendspielen dabei (das letzte übrigens gegen Hansa) und atmete internationale Atmosphäre bei großen Europacup-Schlachten, bevor es mich aus beruflichen Gründen Ende 1987 nach Mecklenburg verschlug, wo ich inzwischen als – je nach Betrachtungsweise – gelungenes oder abschreckendes Beispiel für schleichende Assimilation herhalte. Weiterlesen


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Undercover agent for the blues

Sonntag, 13:42 Uhr, eben ist das erste Tor für den FC St. Pauli gefallen. Ringsum liegen sich Menschen in den Armen, meinem Freund „Brille“ hängen zwei Leute am Hals, einer hebt die Hand, um mit mir abzuklatschen. Wie komme ich hierher? Was, zum Teufel, mache ich hier?! Mach bitte einer, dass das sofort aufhört! Weiterlesen


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Die Fans sind eine Macht

Eine Woche vor dem Rückrundenstart in der höchsten deutschen Spielklasse, zwischen Turnieren, Transfers und Testspielen, richtete sich die Aufmerksamkeit der interessierten Öffentlichkeit für ein Wochenende auf jene, die – glaubt man führenden Funktionären und dem medialen Mainstream – verantwortlich sind für eine im deutschen Fußball bis dato beispiellose Gewalt: „die Fans“. Die bundesweite Faninitiative ProFans veranstaltete in Berlin einen Fankongress, um zu erörtern, wie der Fußball der Zukunft aussehen und welche Rolle die Fans darin spielen sollten.

Meine Teilnahme am Kongress war ziemlich kurzfristig und überraschend zustande gekommen – mein lieber Freund Thommy hatte die Moderation zweier durch Union betreuter Veranstaltungen zum Thema „Fanidentifikation“ übernommen und mich als Mit-Diskutanten für die zweite Runde auserwählt, nicht einmal zehn Tage lagen zwischen der Anfrage und meinem ersten großen öffentlichen „Auftritt“ auf einem Podium. Weiterlesen