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Die sind in meiner Straße

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Feine Sahne Fischfilet – Überraschungskonzert zum Albumrelease „Sturm & Dreck“

JFZ Weinert Königs Wusterhausen, 15. Januar 2018

Alles begann mit Thommys mysteriöser Ankündigung: „Nimm dir mal im Januar nichts vor. Ich habe da was in unserem Jugendzentrum am Start. Genauen Termin sage ich dir noch, wer oder was es ist, muss ich noch für mich behalten, aber das wird wohl die letzte Gelegenheit, mit DER Truppe etwas in dieser Form und in so einem kleinen Laden zu machen, bevor die völlig durch die Decke gehen.“

Nun, in solchen Angelegenheiten lohnt es sich gewöhnlich, auf meinen Brandenburger Freund zu hören, also wird, nachdem als erstes der Termin 15. Januar feststeht, auf der Arbeit im Vorfeld alles klar gemacht, so dass dem Kurzausflug ins Brandenburgische nichts mehr im Wege steht. Nur die Frage, um welche geheimnisvolle Band es sich nun handelt, wartet bis zum Sonntagabend auf die endgültige Auflösung.

Dann ist es raus: Feine Sahne Fischfilet hängt zum Release von „Sturm & Dreck“ nach der offiziellen Party in Loitz ein überraschendes Klubkonzert dran, folgerichtig nicht in einem der angesagten Läden Berlins, sondern vor den Toren der Hauptstadt, in Königs Wusterhausen. Im vom Stadtjugendring betriebenen Jugendfreizeitzentrum (JFZ) war die Band vor fünf Jahren auf ihrer „Scheitern & Verstehen“-Tour aufgetreten, was dem aktuellen Gig Symbolik verleiht: Noch ein (letztes?) Mal zurück zu den Wurzeln vor dem Aufbruch in eine neue Dimension?

Das sehen offensichtlich noch mehr Leute so, jedenfalls finden sich am Montagabend mehrere hundert Freunde der gepflegten Tanzmusik am JFZ ein, die trotzen schon ab dem späten Nachmittag geduldig der Kälte. Das könnte eng werden, der Konzertraum ist – bildlich gesprochen – nicht viel größer als eine Tischtennisplatte. Gut, das ist jetzt natürlich maßlos übertrieben, aber ich bin mir sicher, für zwei Platten reicht der Platz schon nicht mehr. Und draußen stehen knapp 400 Leute. Nicht auszudenken, das Konzert wäre noch länger vorher angekündigt worden.

Die Lösung kommt von der Band selbst und ist schlicht genial: Statt eines gibt es zwei „halbe“ Konzerte, zu denen jeweils so viele Gäste wie möglich reingelassen werden, nach dem ersten Teil ist dann „Schichtwechsel“. Vor der Tür bricht begeisterter Jubel aus, als Monchi und Freunde dies bekanntgeben. Später gibt es draußen für die Wartenden auch noch ein paar Getränke und eine kleine Runde Crowdsurfing.

Und der Plan geht tatsächlich auf. Die Band spielt zweimal das gleiche Set vor jeweils ungefähr 150 bis 180 komplett aus dem Häuschen befindlichen Fans. Es ist eine unglaubliche Atmosphäre, Durchdrehen ist angesagt. Dabei herrscht angesichts der Enge und zum Ende hin doch recht unangenehmen Atemluft eine ausgesprochen positive Ausgelassenheit mit gegenseitiger Rücksicht und Unterstützung. Und so geduldig, wie der zweite Durchgang in der Kälte ausharrt, so zügig leert sich der Raum nach dem ersten Set – komplett im Arsch, aber glücklich.

Radio Fritz sendet am Dienstagmorgen einen kurzen Beitrag zum Konzert, unter den Publikumsstimmen hat sich mir eine besonders ins Gedächtnis gebrannt, die die Bedeutung dieses Abends auf wunderbare Weise zusammenfasst:

Was heute das Geilste ist? Die sind in meiner Straße!

Abschließend lasse ich gern einmal Thommy zu Wort kommen:

Update, 20. Februar 2018

Ein Monat ist vergangen seit dem Konzert im „Stadti“ Königs Wusterhausen und noch einmal macht der großartige Abend positive Schlagzeilen. Nachdem Feine Sahne Fischfilet auf ihre Gage für den Auftritt verzichtet hatte, haben Band und Stadtjugendring den erzielten Überschuss zu zu gleichen Teilen an das Flüchtlingsprojekt „Sprechcafe“ und den SV Babelsberg 03 gespendet. Die Spende an den SVB 03 zur Unterstützung in der aktuellen Auseinandersetzung mit dem NOFV hat Thommy heute in Potsdam überreicht.

Sprechcafé Königs Wusterhausen auf Facebook.

Setliste

Zurück in unserer Stadt – Alles auf Rausch – Angst frisst Seele auf – Geschichten aus Jarmen – Zuhause – Warten auf das Meer – Wo niemals Ebbe ist – Wir haben immer noch uns – Komplett im Arsch

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