Hanseator

Musik, Fußball und manchmal auch ein bisschen Hansa

Glückauf, der Absteiger kommt

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FC Erzgebirge Aue – F.C. Hansa Rostock, 24. April 2022, Erzgebirgsstadion, 2. Liga, 31. Spieltag, vor dem Spiel

… und er hat sein rotes Licht bei der Nacht schon angezünd‘t.

Ihr merkt es, ich habe heute mal ganz gegen meine Gewohnheit in den Pöbelmodus geschaltet. Was mit mir los ist, fragt ihr euch vielleicht. Mensch, es ist Derbytime! DEE EEE ERR BEE YPSILON. DAS Derby schlechthin, wie der Blick ins erzgebirgische Fußballgeschichtsbuch verrät, den gut informierte Freunde des runden Leders mit solidem DDR-Fußballgrundwissen natürlich nicht nötig haben. Für alle anderen: „Große Fresse“ Rostock erweist mal wieder der Region ihrer Wurzeln die Ehre, oder wie es einst in einem längst zur Legende gewordenen Auswärtsfahrer-Dialog hieß: Aue? – Machen wir glatt!

Wäre dieses Spiel Thema der sonntäglichen“Sport“1-Schwafelrunde, hinlänglich bekannt als „Doppelpass“, könnte der Stammtisch mal durchweg mit kompetenten Personen besetzt werden, die aktuell oder historisch Spuren in beiden Vereinen hinterlassen (haben), vom deutlich besseren Bier im Erzgebirge gar nicht zu reden. Das wären sicher unterhaltsame UND informative zwei Stunden, ein paar Vorschläge für die Studio-Gästeliste: Enrico Kern, Jörg Hahnel, Ronny Thielemann, Ben Zolinski und (natürlich!) Pavel Dotchev.

Funfact für Freundinnen und Freunde des Gossip-TV: Mit Pavel Dotchev und Jens Härtel stehen sich zwei ehemalige Trainer von Dennis Erdmann gegenüber, was diesen zwingend als Experten für die „Hier könnte Ihr Sponsorenname stehen“- Analyse von „was auch immer“ oder Co-Kommentator der Trainer-Cam qualifizieren würde. Oder er wird per „DopaFon“ zugeschaltet.

 Werfen wir einen kleinen Blick auf die Situation vor dem Spiel:

Aus alter nachbarschaftlicher Verbundenheit und natürlich als Zeichen der Dankbarkeit an den bei uns im Nordosten immer noch geschätzten Pavel Dotchev durfte Wismut im Hinspiel drei Punkte aus dem Ostseestadion mit nach Hause nehmen. Blut ist nun mal dicker als Wasser, Empathie sticht Konkurrenz. Wir sind einfach zu gut für diese Welt. Ob wir uns solche Großzügigkeit nochmal erlauben können, erscheint mir eher fraglich, wobei die Vorstellung, Wismut könnte damit Dynamo noch ein bisschen enger auf die Pelle rücken, auch eine gewisse Faszination atmet. Dass wir uns (als Fans, natürlich nicht auf dem Platz!) den Luxus solcher Gedankenspielchen noch erlauben können, ist auch nicht unwitzig, wenn wir uns noch einmal die Prognosen für alle eben Genannten am Saisonbeginn vor Augen führen.

Und doch: Sollte Hansa die erhofften 3 Punkte aus dem Lößnitztal entführen, winkt als Belohnung ein Vorsprung auf den Relegationsplatz von mindestens 9 Punkten bei dann noch drei ausstehenden Spielen. Ich kann das immer noch nicht fassen, was für eine Saison! Also, liebe Mannschaft und Trainer, lasst mich nach meinen vorlauten Sprüchen, die mir nach dem Spiel bestimmt um die Ohren fliegen werden (No risk – no fun), nicht hängen.

Bei früheren Besuchen in Aue hielten die Gastgeber oft eine berüchtigte musikalische Grausamkeit bereit, vorzugsweise, um die Gegner nach Wismut-Siegen noch einer besonderen Demütigung auszusetzen, kennt ihr ja alle. Um mich langsam in Stimmung zu bringen, habe ich den Text der ersten Strophe ein wenig modifiziert. Bitte sehr:

 

Dr Wismut geht’s net gut
Dr Wismut geht’s net gut
Dr Wismut geht’s net gut
De Laterne is fast rut

Es Kicken fällt‘r schwer
Es Kicken fällt‘r schwer
Es Kicken fällt‘r schwer

Und dr Abstieg plagt se sehr

Weil’s Wismut doch so schlecht grad geht,
singen alle jetzt ganz leise dieses Lied:

Lebt denn der alte Holzmichl noch? Holzmichl noch? Holzmichl noch?
Lebt denn der alte Holzmichl noch? Holzmichl noch?

?… (wird vielleicht fortgesetzt)

 

 Die Antwort auf diese Frage erhalten wir am Sonntag. Bis dann.

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