Hanseator

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Nopperhof FestEvil, Langen Trechow, 27./28. Juli 2018

Tempus fugit. (Irgendein – vermutlich alter – Römer)

Einszweidrei, im Sauseschritt läuft die Zeit; wir laufen mit. (Wilhelm Busch)

Liebe gute, alte Zeit, bleib ein bisschen stehen … (Dritte Wahl)

Es ist schon ein Wahnsinn, wie schnell die Ereignisse an uns vorbei rasen. Ein Jahr dauerte die Vorfreude auf zwei tolle Tage, und kaum ist man in Langen Trechow aus dem Auto gestiegen, sitzt man auch schon wieder zu Hause und fragt sich, wo die Zeit geblieben ist.

Es war – einmal mehr – eine großartige Veranstaltung, die das Team um Sylvia und Nico am letzten Juli-Wochenende auf die Beine gestellt und bewerkstelligt hat. Selbst über das Wetter gab es diesmal nichts zu meckern (ja, ja, die Hitze …), auf die lieb gewonnenen Wetterkapriolen musste trotzdem niemand, der es mag, verzichten. Und als ob das noch nicht genug wäre, zaubert der alte FestEvil-Fuchs Nico auch noch eine astreine Mondfinsternis an den abendlichen Himmel: Weissglut und Blutmond an einem Abend im Line-up, more goes not.

Leider bin ich in diesen Tagen zeitlich etwas knapp dran, so dass ich keine ausführliche Betrachtung beider Abende wie in den letzten Jahren schaffe. Aber ganz verzichten möchte ich auch nicht, so soll es hier wenigstens ein paar Bilder geben. Ein paar Aspekte, die dieses Festival zu einem ganz besonderen machen, möchte ich aber doch erwähnen.

Der Nopperhof hat sich in den fünf Jahren FestEvil-Geschichte einen festen Platz in der Sommerplanung der RoggenRoll-Gemeinde im Nordosten und darüber hinaus erarbeitet. Schon bei der Ankunft auf dem Campingplatz fühlt man sich wie auf einem Klassentreffen. Regelmäßige Besucher schlagen ihre Zelte mit der größten Selbstverständlichkeit an ihren „Stammplätzen“ auf, wo sie auch dieselben Nachbarn wie beim letzten Mal (also wie immer) vorfinden. Irgendwie ist man zu Hause.

 

Niemals vergessen sind dabei liebe Freunde, die nicht mehr zum FestEvil kommen werden, und dennoch in den Herzen der Anwesenden immer mit dabei sind. Sicher hat Conny von oben immer noch ein waches Auge auf „ihren“ Getränkewagen. Auch beim zweiten FestEvil ohne sie wandert der Blick während der Konzerte unwillkürlich immer wieder von der Bühne nach links, um dann doch wieder erinnert zu werden: Sie ist jetzt im Land der Freiheit irgendwo.

Dort ist auch Johann, der „kleine Punk“ , dem die Old-Styler mit einer speziellen Version ihrer FestEvil-Hymne „Hoher Norden“ ein musikalisches Denkmal gesetzt haben. Die Aufführung dieses Songs am Sonnabendvormittag mit den vor der Bühne ihren Zusammenhalt demonstrierenden Freunden Johanns und das sich daran anschließende ekstatische „Gotta go“ erwischt so manchen der Anwesenden emotional völlig unvorbereitet, ein wirklich beeindruckender Moment, an dem Johann sicher seine helle Freude gehabt hätte. Nein, nicht hätte. Er war in diesem Augenblick unter uns.

 

Am späten Nachmittag während des Auftrittes von „Lebenslänglich“ spielte dann, wie schon erwähnt, das Wetter kurzzeitig ein bisschen verrückt. Heftige Sturmböen und intensive Regenschauer am Rande eines Gewittergebietes wirbelten in wenigen Minuten Pavillons, Zäune, Bühnenvorhänge und beinahe auch die Festivalplanung gehörig durcheinander. Zum Glück lassen sich Nico und seine Mitstreiter von solchen Unwägbarkeiten nicht entmutigen und nach knapp zwei Stunden Unterbrechung, in denen die gröbsten Schäden repariert und weggeräumt worden waren, ging es weiter.

 

Als absoluter Glücksgriff erwies sich die Band, die nach der Unterbrechung die Bühne praktisch „im Sturm“ eroberte. Die Ruhrpott-Originale „Emscherkurve 77“ ließen mit einer unglaublich kraftvollen und energiegeladenen Show keinen Zweifel daran aufkommen, dass das FestEvil natürlich weiter gehen würde – die Willensstärke der Organisatoren und ihr Credo, niemals aufzugeben, wird in diesem Moment zu Musik. Diese Band hat den Punk wirklich verstanden. Frontmann Spiller wird hoffentlich Gelegenheit haben, sein Versprechen einzulösen, gern einmal wiederzukommen.

 

Gern wiederkommen wollen sicher die meisten Besucher. Ob das möglich sein wird, entscheiden letztlich die Veranstalter, denn natürlich hat das Unwetter Auswirkungen auf die Zahl der abendlichen Gäste und somit die Einnahmen gehabt. Warten wir also, bis eine Bilanz gezogen wurde, es wäre zu schön, wenn es auch in den kommenden Jahren Ende Juli weiterhin heißt:

Hey ho – Trechow!

 

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Danke!

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