Fußball, Lyrik, Prosa, Vol. 4
(RB Leipzig – Bayer 04 Leverkusen 1:1, 1. März 2020)
Endlich ein Licht am Ende des Tunnels, oder eben ein „Leuchtturm“ in der düsteren derzeitigen deutschen Fußballlandschaft. Dieses schöne sprachliche Bild verwendete ein berühmter Sportrechtler in einem Sportbuzzer-Interview, um seine Eindrücke vom kürzlichen Stadionbesuch in Leipzig zu beschreiben:

Screenshot: Sportbuzzer, 04.03.2020
Nach all dem Hass und Gepöbel der letzten Tage habe ich beim Lesen tatsächlich die eine oder andere Träne heimlich verdrückt, ich war schon etwas „angefasst“, wie man das bei erfolgreichen Fußballmanagern nennt. Die Schönheit der anwaltlichen Worte hat mich zu einem kleinen Gedicht inspiriert, so dass heute mal wieder eine neue Ausgabe Fußball, Lyrik, Prosa erscheint. Wer das gern singen möchte, kann die Melodie eines beliebten alten Kinderliedes nutzen: „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“. Wer möchte nicht Teil dieser deutschen Musterfamilie sein?
Leuchtturm
Wenn Paps mit mir zum Fußball geht,
bleibt Mami brav zu Haus‘.
Sie bindet ihre Schürze um
und fegt die Stube aus.
Die Ordner im Familienblock
Lassen kein Virus rein.
Wir feiern unser Fußballfest
Und alle könn‘ sich freu’n.
Punkt Sechs sind wir vom Spiel zurück,
Gedeckt ist unser Tisch.
Es riecht nach Broiler, so ein Glück,
auch Staub ist schon gewischt.
Die Mutti ist so wunderbar,
perfekt organisiert.
Das ist für sie auch besser so,
sonst werden wir zum Tier.
Ich habe eine Klatschpappe,
die durch die Wohnung schallt,
wenn sie dem kleinen Schwesterchen
auf ihre Finger knallt.
Modernen Fußball mag ich sehr,
die Ultras sind doch doof.
Wer da nicht meiner Meinung ist,
der ist ein Hu …n!