„Alternativlos“ ist das neue „Keine Experimente!“. Letzteres diente vor 25 Jahren zur Ruhigstellung „ewig gestriger“ Nörgler, denen die rasende Hatz von „(Wir sind) das Volk“ zu „ein Volk“ etwas zu hektisch geriet. Wirtschafts- und Währungsunion („Kommt die D-Mark nicht hier, dann gehen wir zu ihr“) und späterer „Beitritt“ konnten der übergroßen Mehrheit der mündigen Bürger gar nicht schnell genug gehen, da war keine Zeit für ruhige Überlegung oder gar Skepsis. Weiterlesen
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Gelungene Generalprobe
Solikonzert für den MAU-Club Rostock mit Dritte Wahl, 23. Februar 2015
Es gibt so Abende, da muss man einfach dabei gewesen sein. Meist wird einem das erst im Nachhinein bewusst, manchmal spürt man das Besondere aber auch vom ersten Moment an. Dass der Abend des 23. Februars 2015 ein ganz spezieller werden könnte, war zunächst nicht unbedingt zu erwarten. Montag ist nicht der klassische Ausgehtag, eher im Gegenteil: man kann sogar mal wieder etwas früher zu Bett gehen, meist gibt es ja vom Wochenende einiges nachzuholen. Weiterlesen
20 Jahre und ein bisschen heiser
F.C. Hansa Rostock – Arminia Bielefeld 4:2, 20. September 2014
20 Jahre Ropiraten Rostock
Vermutet wurde es schon lange, jetzt ist der Beweis erbracht. Aber mal ehrlich, bei all den bösen Vorahnungen: Die Dimension, in der der F.C. Hansa Rostock seit Jahren von „sogenannten Fans“™ unterwandert wird, sprengt mittlerweile jedes Vorstellungsvermögen. Vergesst Pyroshows und Trainingslagerfotos mit Mopedmützen oder vor bösen, bösen Fahnen, jetzt haben sie sogar den sportlichen Bereich in den Schwitzkasten genommen. Weiterlesen
Gegen Nazis sind sie alle
Broilers, Dritte Wahl & Feine Sahne Fischfilet in Rostock, 30. August 2014
Sonnabend, der 30. August 2014, es ist 16:45 Uhr, als wir unsere Schritte in Richtung des Eingangs zum Rostocker IGA-Park lenken. Vor diesem warten etwa 100 Menschen auf die Öffnung der Tore. Dies geschieht überaus geduldig und diszipliniert in einer schnell an Länge gewinnenden Wartegemeinschaft, wie sie die Älteren noch aus dem alltäglichen Ringen um den Erwerb hochwertiger Konsumgüter in einer Zeit kennen, als wir die Vorzüge der Planwirtschaft auskosten durften.
Dass es sich um den Einlass zu einem – nun ja – Punk-Konzert handelt, ist lediglich an den von den Wartenden getragenen Bekleidungsstücken aus dem reichhaltigen Merchandising der auftretenden Bands und den die Wartezeit überbrückenden Getränken zu erkennen. Selbst als der avisierte Öffnungstermin schon um mehrere Minuten überschritten ist und die Einlassordner keine Anstalten machen, den Weg auf das Gelände freizugeben, ist keinerlei Unruhe zu erkennen. Weiterlesen
OMEGA Rhapsody – Rostock
Der Auftakt des Konzertjahres 2014 hielt für mich eine Reise ganz weit zurück in die eigene musikalische Vergangenheit bereit.
Einige Jahre, bevor der Boss mit seiner Musik Mitte der 80er Jahre meine Magnetbandkassetten zu dominieren begann, war Pink Floyd meine klare Nummer Eins, hatte sich schnell dazu entwickelt, seitdem ich begonnen hatte, bei Musik auch mal hinzuhören. Wie bei allen westlichen Bands war es äußerst schwierig, an Tonträger heranzukommen, also blieb nur das übliche Mitschneiden im Radio oder das gegenseitige Überspielen.
Gewissermaßen als „Ersatz“ konnte man jedoch Schallplatten von Bands aus den „sozialistischen Bruderländern“ in rauen (Sch..-Rechtschreibreform) Mengen erwerben, die Nase vorn hatten hier Künstler und Bands aus Polen (Czeslaw Niemen, Budka Suflera, aber auch so eine Art polnische Flippers, die Roten Gitarren *grrrh*) und vor allem aus Ungarn (Zsusza Koncz, Kati Kovacs, Locomotiv GT, Piramis, P-Mobil u. v. a.). Die mit Abstand erfolgreichste dieser Bands war jedoch OMEGA.
Unter Bullen
„RasenBallsport“ Leipzig – F.C. Hansa Rostock 1:2, 23. November 2013, Zentralstadion, 3. Liga, 17. Spieltag
„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“ Dieser Satz voller Weisheit vom guten Hannibal Smith kam mir bei der Heimreise am Sonnabend immer wieder in den Sinn, denn irgendwie ist der Ausflug nach Leipzig fast genauso verlaufen, wie ich ihn mir in meiner Vorschau bei hansafans.de ausgemalt hatte (aber eben auch nur fast):
Ich habe ja schon des Öfteren Auswärtsspiele des FCH außerhalb der Gästeblöcke verfolgt, die Gründe dafür waren unterschiedlicher Natur, einige Male hätte ich „offiziell“ gar nicht da sein dürfen (Sandhausen, Aue, Düsseldorf, St. Pauli), bei anderer Gelegenheit stand ich mit befreundeten Fans der gegnerischen Mannschaft zusammen (Union). Alle diese Spiele hatten jedoch eines gemeinsam – man konnte sich mal aus eigener Anschauung vom Wahrheitsgehalt persönlicher Vorurteile und Klischees hinsichtlich der Anhänger der jeweils anderen Vereine überzeugen.
Und so sollte auch der Besuch im Zentralstadion nun dazu beitragen, den oft geschmähten Fußballkonsumenten einmal in seiner natürlichen Umgebung zu studieren. Einen Titel für den Bericht hatte ich mir auch schon zurechtgelegt: „Allein unter Bullen“. Aber daraus wurde nichts. Weiterlesen
Wieder kein Wort zum Sonntag
Die Toten Hosen – Krach der Republik Tour, Rostock, IGA Park, 28. August 2013
Gäste: Broilers, Dritte Wahl
Sie haben es wieder nicht gespielt! Langsam glaube ich ja, die machen das mit Absicht. Na ja, mir kann es egal sein, aber meinem Freund Pfütze nicht. Immerhin hat der sogar sein heiliges Gelübde, den Schmelinghallenschwur vom 29. Dezember 2012, wie man in Pfützes Dunstkreis sagt, gebrochen, der da lautete: Nie wieder DTH! Wie tragisch.
Dabei hat der wunderbare Spätsommerabend des 28. August 2013 so verheißungsvoll begonnen. Die Anreise zum Veranstaltungsort gelingt ohne Inanspruchnahme navigationstechnischer Hilfsmittel, Parkplätze stehen in akzeptabler Entfernung in ausreichender Anzahl zur Verfügung, so dass es dieses Mal nicht nötig sein wird, mit rührseligen Geschichten die Tränendrüsen des Sicherheitspersonals zu massieren. Abgesehen davon, hätten wir mit einer Dritte-Wahl-Story a la Max-Schmeling-Halle wohl auch ein kleines Glaubwürdigkeitsproblem. Weiterlesen
Fünf vor zwölf
Das ist nicht einfach nur eine Uhrzeit, die immer wieder gern als Gleichnis zur Charakterisierung besonders schwieriger Situationen herhalten muss. Ein Gleichnis, das aber gerade im Kontext der Lage beim F.C. Hansa als blanker Euphemismus erscheint. Und so kann es eigentlich kein Zufall sein, dass die Abschlussworte des Versammlungsleiters ausgerechnet um diese Uhrzeit den Schlusspunkt unter die wahrscheinlich längste Mitgliederversammlung der Vereinsgeschichte setzten. Weiterlesen
… und wenn sie nicht gestorben sind …
Es war einmal, mit diesen Worten fangen die meisten Märchen an. Märchen, ihr wisst schon, das sind diese romantischen Erzählungen über Hexen, Drachen, Zwerge, Prinzessinnen, Feen und was weiß ich noch alles, mit denen unsere Eltern und Großeltern damals versucht haben, uns beim Einschlafen zu helfen. Einschlafen, Erzählungen, Eltern – wozu gibt es DVD-Player? Und schläft man nicht beim laufenden Fernsehprogramm eh viel schneller ein? Ok, da haben wir wieder das Generationen-Problem. Also kurz gesagt: Wir hatten damals einfach nüscht, um genau zu sein: gar nüscht, also auch keine audiovisuellen Multimediaterminals, daher mussten zu meiner Zeit die Eltern noch selbst ran, wenn das Abendessen länger dauerte als das Sandmännchen und der kleine Racker partout nicht die Augen schließen wollte.
Undercover agent for the blues
FC St. Pauli – F.C. Hansa Rostock 3:0, 22. April 2012, Millerntor-Stadion, 2. Liga, 32. Spieltag
Sonntag, 13:42 Uhr, eben ist das erste Tor für den FC St. Pauli gefallen. Ringsum liegen sich Menschen in den Armen, meinem Freund „Brille“ hängen zwei Leute am Hals, einer hebt die Hand, um mit mir abzuklatschen. Wie komme ich hierher? Was, zum Teufel, mache ich hier?! Mach bitte einer, dass das sofort aufhört! Weiterlesen









