Hanseator

Musik & Fußball


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Omega Oratorium – Schwerin

Kirche St. Nikolai (Schelfkirche), 22. April 2016

Gerade mal zwei Jahre sind vergangen seit meinem ersten Omega-Konzert, das ist nicht mehr als ein Wimpernschlag, verglichen mit der Zeit, die zwischen dem Kauf meiner ersten LP und besagter Show 2014 in Rostock lag.

Mit der Kirche St. Nikolai (Schelfkirche) zu Schwerin war ein ungewöhnlicher Veranstaltungsort ausgewählt worden. Ungewöhnlich weniger für die Band, denn die Oratorium-Tour war ursprünglich vor allem für die Aufführung in Kirchen konzipiert, für mich dafür umso mehr. Wenn ich zurückdenke, habe ich noch nicht allzu viele Konzerte in Kirchen erlebt, ich erinnere mich dunkel an ein paar Freejazz-Events Ende der 70er Jahre in meiner Heimatstadt Altenburg, aber das war es dann auch schon. Wurde also mal wieder Zeit. Weiterlesen


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Mit feurigem Herzen

Feuerherz. Die neuesten Leiden des jungen W. (Jürgen Eick)

Musik von und mit Feine Sahne Fischfilet, Volkstheater Rostock, 10. April 2016

Letzten Sonntag konnte ich mal wieder einen neuen Ground „abhaken“, das Volkstheater in Rostock. Die Kulturstätte kämpft seit Jahren um ihre Existenz und wird dabei von mehr oder weniger hilfreichen Ratschlägen mehr oder weniger kompetenter Personen und Institutionen begleitet, die besonders im Vorfeld von Wahlen regelmäßig ihr Herz für die Kunst (wieder)entdecken. Dabei ist das Erfolgsrezept doch so einfach: Es müssen nur genügend Zuschauer in die Vorstellungen kommen. Genialer Plan, oder – frei nach Brecht in anderem Kontext – das Einfache, das schwer zu machen ist.

Mit der neuesten Inszenierung „Feuerherz. Die allerneuesten Leiden des jungen W.“, die am letzten Wochenende Premiere hatte, scheint der Plan aufzugehen: ausverkauftes Haus bei den ersten beiden Vorstellungen, darunter jede Menge Leute, die eigenem Bekunden zufolge zum ersten Mal in ihrem Leben im Zuschauerraum Platz nahmen, genau wie ich, nur dass ich als nicht in Rostock Ansässiger eine deutlich bessere Begründung für mein bisheriges Fernbleiben hatte. Weiterlesen


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Wieder zu Hause

Feine Sahne Fischfilet – Straßenabitour, M.A.U. Club Rostock, 29. & 30. Januar 2016

Samstagabend, gegen 21:30 Uhr im Rostocker M.A.U. Club. Gerade haben Stage Bottles einen furiosen Auftritt vollendet, die Menge stimmt sich so langsam auf das Hauptereignis des Abends ein, als mich ein junger Mann anspricht: „Sind Sie Herr Gorkow?“ Ich drehe mich kurz um, er meint wirklich mich, hinter mir ist niemand, ich stehe ja auch direkt vor der Wand. Ich versichere ihm, dass ich es nicht bin, mein Gegenüber fragt noch einmal nach: „Ganz sicher?“, wobei er verschwörerisch blinzelt, als wolle er sagen: „Ich verrate es niemandem.“ Ich überlege kurz, in meinem Ausweis nachzusehen, antworte dann aber doch: „Ganz sicher.“ So richtig überzeugt scheint er zwar immer noch nicht, aber der junge Mann bohrt nicht weiter nach und kehrt zurück ins immer dichter werdende Getümmel vor der Bühne. Weiterlesen


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Mit den Ropiraten nach Inverness

Erster Tag, 27. November 2015

Die Anreise

Der Tag beginnt wie ein italienisches Partisanenlied: Eines Morgens, in aller Frühe, nämlich genau um zwei Uhr, reißt mich der Wecker aus dem Halbschlaf, eine halbe Stunde später fahre ich schon durch dichten Nebel in Richtung Berlin-Schönefeld, von wo aus ich als Teil einer 24-köpfigen Reisegruppe der Rostocker Ropiraten zu einem verlängerten Wochenende in Inverness, Hauptstadt des schottischen Verwaltungsbezirks Highland, aufbrechen werde.

Vor uns liegen vier intensive Tage voller Kultur in allen Facetten, die dieses Wort bereit hält, wir werden Schottland von seinen schönsten Seiten erleben: überaus gastfreundliche und lebensfrohe Menschen, großartige Landschaften, historische Bauwerke und die Tradition der Herstellung und des Genusses von Whisky. Sogar ein Fußballspiel der Scottish Professional Football League steht auf dem Programm. Na gut, um ehrlich zu sein, war dieses Spiel Anlass der Reise und maßgeblich für die Bestimmung von Reiseziel und –termin, fügt sich aber harmonisch ins Gesamtpaket ein, ohne dieses zu dominieren. Ganz nebenbei verhelfen wir übrigens mit unserer Abwesenheit vom Ostseestadion an diesem Wochenende sogar dem F.C. Hansa zum langersehnten ersten Sieg in der Liga seit August, jedenfalls wird das von dem einen oder anderen Ex-Kumpel behauptet. Ach ja, und das Rätsel um Nessie ist auch keines mehr. Weiterlesen


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The Wall

Live in Hamburg (2011) und Berlin (2013), Tourfilm (2015)

Das erste, was ich je von „The Wall“ zu hören bekam, war die dritte Albumseite, und zwar aus einem ganz profanen Grund. Einfach das Album im Plattenladen zu kaufen, war bekanntlich nicht möglich, die Lösung hieß: Warten auf „Duett – Musik für den Recorder“. Irgendwann, kurz nach Veröffentlichung des Albums und noch bevor es komplett zum Mitschneiden gespielt wurde, lief eines Tages besagte C-Seite, die mich dazu brachte, wochenlang nichts anderes mehr zu hören. Ich verstand damals die Texte nur teilweise, und um die Gesamtaussage des Albums zu erfassen, habe ich Jahre gebraucht, aber die Musik hatte mich sofort gepackt. Von den ersten leisen Akustik-Takten im Intro zu „Hey you“ bis zu David Gilmours furiosem Gitarrensolo am Ende von „Comfortably numb“ ist dieser ungefähr 20minütige Abschnitt der Höhepunkt innerhalb eines gigantischen Meisterwerkes und in meiner persönlichen Rangliste die beste Albumseite aller Zeiten. Weiterlesen


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Tage wie dieser

Die Toten Hosen bei „Jamel rockt den Förster“, 29. August 2015

Es ist nicht möglich, zufällig oder aus Versehen in Jamel zu landen. Die Straße dorthin endet in der Dorfmitte, schon am Abzweig von der Bundesstraße 105 im benachbarten Gressow weist ein Verkehrsschild auf die Sackgasse, in die man sich gerade begibt, hin. Es fehlt eigentlich nur die Warnung „Betreten und Befahren auf eigene Gefahr“. Aber heute abend gibt es einen guten Grund, das Dörfchen, in dem man möglichst von niemandem je gesehen werden möchte, mal zu besuchen. Die Toten Hosen haben spontan einen Spezialauftritt bei der neunten Auflage des vom Künstlerehepaar Birgit und Horst Lohmeyer organisierten Festivals für Demokratie und Toleranz „Jamel rockt den Förster“ vereinbart. Weiterlesen


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Das Schönste am Sommer

Nopperhof FestEvil 2015

Was gibt es Schöneres, als sich mit Freunden zu treffen und unter freiem Himmel zu mitreißender Live-Musik großartiger Bands gemeinsam zu feiern? Was wie eine Suggestivfrage daherkommt, bestätigt sich immer wieder durch persönliche praktische Erfahrung. Abseits der Gigantomanie weltweit bekannter Massenveranstaltungen wie Rock am Ring oder Wacken finden in unserem Bundesland Woche für Woche „kleine“, familiäre Festivals statt, die von engagierten Leuten mit viel Liebe zum Detail und großer Professionalität, ehrenamtlich und in ihrer Freizeit geplant, vorbereitet, organisiert und dann mit Leben erfüllt werden. Weiterlesen


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Die Herzen bleiben hier

Udo Lindenberg im Olympiastadion Berlin, 14. Juli 2015

Genau einen Tag, einen Monat und ein Jahr hat es gedauert bis zum Wiedersehen mit Udo Lindenberg und dem Panikorchester nach dem wunderbaren Konzertabend in Leipzig am 13. Juni 2014. Und die diesjährige Auflage der Panikparty stand dem 2014er Event in keiner Weise nach. Weiterlesen


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Whole Lotta Rock’n’Roll

AC/DC im Olympiastadion Berlin, 25. Juni 2015

Es gibt da so eine imaginäre Liste von Dingen, die ich gern erledigt haben möchte, bevor ich eines (hoffentlich noch sehr fernen) Tages die Reise auf dem „Highway to Hell“ antreten muss. Breiten Raum auf dieser Liste nimmt die Musik ein, da steht eine ganze Latte an Bands und Künstlern, die ich unbedingt mal live erleben wollte oder noch will. Ein Großteil der Liste ist inzwischen „abgearbeitet“, aber hin und wieder findet sich doch noch eine unerledigte Position, so auch (bis letzten Donnerstag) eine der größten Hardrock-Bands aller Zeiten: AC/DC. Weiterlesen


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Heimspiel

Marteria im IGA-Park Rostock, 13. Juni 2015

Es ist schon faszinierend, welchen unterschiedlichen Einfluss Musik manchmal auf die persönliche Stimmungslage haben kann, je nachdem, ob sie live erlebt wird oder aus der „Konserve“ kommt. Bühnenpräsenz des Künstlers, Interaktion mit dem Publikum sowie äußere Bedingungen, Atmosphäre und Gruppendynamik zeigen mitunter erstaunliche Wirkung.

Ich hatte, besonders in meiner Jugendzeit, große Schwierigkeiten, Rap überhaupt als Musik wahrzunehmen, und, um ehrlich zu sein, hat sich bis heute nur wenig daran geändert. Trotzdem habe ich gestern abend den Weg in den IGA-Park gefunden. „Schuld“ daran ist ein Künstler, der in den letzten Jahren für mich mehr als „nur irgendein Rapper“ geworden ist. Ein gebürtiger Rostocker, der nicht müde wird, seine Heimatstadt landesweit positiv in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Weiterlesen