Nach relativ langer Nachtruhe (Frühstück ist für 11:00 Uhr angesetzt) erwartet uns ein in Schottland überaus seltenes Naturphänomen: Vom strahlendblauen Vormittagshimmel lacht uns die Sonne frech ins Gesicht. Tatsächlich, die Sonne scheint. Im März. IN SCHOTTLAND! Ehrlich gesagt, bin ich darauf nicht vorbereitet. Wer denkt denn allen Ernstes daran, nach Schottland eine Sonnenbrille mitzunehmen? Was kommt als nächstes? Mit Wollmütze in die Südsee? Mit Sonnencreme nach Chemnitz? Oder gar mit Badehose an den Strand? Irgendwann reicht es auch. Weiterlesen →
Für den ersten Höhepunkt und zugleich das Hauptmotiv unserer Reise haben wir uns auf einen genialen Plan verständigt. Wir machen es genauso wie 2014, das hat schließlich allen bestens gefallen. Never change a running Zapfhahn, oder so ähnlich. Einziger Unterschied: wir lassen vorher den Marathon zum Celtic Park weg, was uns neben der Kräfteersparnis auch noch die Möglichkeit gibt auszuschlafen, eine nicht unwesentliche Voraussetzung, um den Feiertag bis zum Ende zu genießen. Weiterlesen →
Dritte Wahl – Album-Release „Geblitzdingst“, 27. Februar 2015, Astra Kulturhaus Berlin
„Warum sind schöne Tage so schnell um?“ hat Zaunpfahl mal gefragt. Zum Ausklang eines Wochenendes, an dem sich ein Höhepunkt an den nächsten reihte, kann ich mich dem wieder einmal nur anschließen. Natürlich war nach dem fantastischen Konzert am Wochenanfang im MAU-Club klar, dass sich die Besucher im Berliner Astra auf zwei Abende der Superlative freuen durften. Dass dann aber auch noch unser bevorzugter Fußballverein bei seinem Auswärtsspiel in Halle den Punkt (streng genommen waren es ja drei) auf das „i“ setzte, verlieh dem Ganzen erst die angemessene hanseatische Würze. Weiterlesen →
Solikonzert für den MAU-Club Rostock mit Dritte Wahl, 23. Februar 2015
Es gibt so Abende, da muss man einfach dabei gewesen sein. Meist wird einem das erst im Nachhinein bewusst, manchmal spürt man das Besondere aber auch vom ersten Moment an. Dass der Abend des 23. Februars 2015 ein ganz spezieller werden könnte, war zunächst nicht unbedingt zu erwarten. Montag ist nicht der klassische Ausgehtag, eher im Gegenteil: man kann sogar mal wieder etwas früher zu Bett gehen, meist gibt es ja vom Wochenende einiges nachzuholen. Weiterlesen →
So ein Jahreswechsel hat immer ein bisschen was von Grenzübertritt. Man lässt Altes, Vergangenes zurück und nimmt Neues in Angriff. Dieser erste Schritt in die Zukunft ist dann verbunden mit innerer Einkehr und Rückschau, der moderne Mensch nennt diese Nabelschau gern (Selbst-)Reflexion. Dabei ist eine Umgebung ohne störende äußere Einflüsse natürlich von unschätzbarem Vorteil. Plätze dieser Art sind im hektischen, konsumfixierten Deutschland des 21. Jahrhunderts äußerst selten, und so kann ich mich sehr glücklich schätzen, seit einigen Jahren (erstmals 2010/11) meine Jahreswechsel regelmäßig in Gesellschaft guter Freunde an einem Ort verbringen zu können, der allem Anschein nach einst nur für diesen einen, oben beschriebenen Zweck geschaffen wurde. Weiterlesen →
F.C. Hansa Rostock – Arminia Bielefeld 4:2, 20. September 2014
20 Jahre Ropiraten Rostock
Vermutet wurde es schon lange, jetzt ist der Beweis erbracht. Aber mal ehrlich, bei all den bösen Vorahnungen: Die Dimension, in der der F.C. Hansa Rostock seit Jahren von „sogenannten Fans“™ unterwandert wird, sprengt mittlerweile jedes Vorstellungsvermögen. Vergesst Pyroshows und Trainingslagerfotos mit Mopedmützen oder vor bösen, bösen Fahnen, jetzt haben sie sogar den sportlichen Bereich in den Schwitzkasten genommen. Weiterlesen →
Broilers, Dritte Wahl & Feine Sahne Fischfilet in Rostock, 30. August 2014
Sonnabend, der 30. August 2014, es ist 16:45 Uhr, als wir unsere Schritte in Richtung des Eingangs zum Rostocker IGA-Park lenken. Vor diesem warten etwa 100 Menschen auf die Öffnung der Tore. Dies geschieht überaus geduldig und diszipliniert in einer schnell an Länge gewinnenden Wartegemeinschaft, wie sie die Älteren noch aus dem alltäglichen Ringen um den Erwerb hochwertiger Konsumgüter in einer Zeit kennen, als wir die Vorzüge der Planwirtschaft auskosten durften.
Dass es sich um den Einlass zu einem – nun ja – Punk-Konzert handelt, ist lediglich an den von den Wartenden getragenen Bekleidungsstücken aus dem reichhaltigen Merchandising der auftretenden Bands und den die Wartezeit überbrückenden Getränken zu erkennen. Selbst als der avisierte Öffnungstermin schon um mehrere Minuten überschritten ist und die Einlassordner keine Anstalten machen, den Weg auf das Gelände freizugeben, ist keinerlei Unruhe zu erkennen. Weiterlesen →
Es war am St. Patrick’s Day 2014, als ich zum ersten Mal mit einer schottischen Band in Berührung kam, deren Musik mich vom ersten Ton an gepackt hat: The Wakes (bzw. ein Teil davon) sorgten für einen unvergesslichen Abend in der Glasgower Tolbooth Bar. Ich hatte mir damals vorgenommen, die Band unbedingt mal in kompletter Besetzung zu sehen. Und ich musste nicht mal lange warten, denn am 26. Juli, also gerade mal vier Monate nach dem „Erstkontakt“, war es bereits so weit: The Wakes spielten in Hamburg. Weiterlesen →
Sonnabendvormittag, wir brausen auf der A9 nordwärts, plötzlich flackern auf Höhe der Raststätte Köckern vor uns auf allen Spuren Bremslichter, wir legen eine astreine Vollbremsung hin und kommen dank ABS und ausreichenden Sicherheitsabstandes problemlos zum Stehen. Nach einer kurzen Schrecksekunde setzt sich die Blechlawine wieder in Bewegung, im Vorbeifahren sehen wir eine Entenfamilie, die in aller Seelenruhe gerade die Fahrbahn überquert hat. Mutti watschelt vorneweg, als wolle sie sagen „Keine Panik“, und sechs bis acht Küken folgen ihr völlig unaufgeregt. Das bleibt nicht unsere einzige Begegnung der dritten Art – nur wenige Kilometer weiter überfliegt ein Storch in weniger als zwei Metern Flughöhe die Fahrbahn, auch er völlig ohne jedes Anzeichen von Stress oder Gefahrenbewusstsein. Die seit Donnerstag andauernde Regentschaft des Panikpräsidenten über Mitteldeutschland hat zumindest im Tierreich schon mal Früchte getragen. Verwundern kann das uns, die wir am Vorabend Teilnehmer einer gigantischen Party im Zeichen allgegenwärtiger Panik sein durften, natürlich nicht mehr. Weiterlesen →
Sonntag, der 25. Mai 2014. Zum Auftakt der Open Air Saison auf der Waldbühne gastiert Peter Gabriel mit Back To Front: „So“ live. Für mich gibt das die Gelegenheit, einen weiteren Helden meiner frühen musikalischen Jahre im Konzert zu erleben. Die Bedingungen sind perfekt: Sonntagnachmittag, sommerliche Temperaturen, es ist trocken und die Waldbühne ist sowieso eine der schönsten Open Air Locations, die ich kenne.
Dreieinhalb Stunden vor dem angekündigten Konzertbeginn sind die Zugänge der Waldbühne natürlich noch verschlossen, die ersten Besucher formieren sich in geduldig wartenden Schlangen, aus dem Inneren wehen ab und zu Klangfetzen des Soundchecks herüber, die glockenklaren Stimmen der Backgroundsängerinnen lassen die Vorfreude auf ein musikalisches Ereignis der Sonderklasse wachsen. Weiterlesen →